Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Neurodegenerative Erkrankung der Motoneuronen. Physiotherapeutische Begleitung zur Erhaltung der Lebensqualität.
Einfache Definition
Neurodegenerative Erkrankung der Motoneuronen. Physiotherapeutische Begleitung zur Erhaltung der Lebensqualität.
Anzeichen und Warnhinweise
- Progressive Muskelschwäche, die oft an einer Extremität beginnt (spinale Form) oder an Sprech- und Schluckmuskulatur (bulbäre Form). Die Beeinträchtigung breitet sich progressiv auf die gesamte willkürliche Muskulatur aus.
- Faszikulationen (sichtbare spontane Kontraktionen unter der Haut) und Muskelkrämpfe als Zeichen der Motoneuronenschädigung. Diese Symptome sind oft von Beginn an vorhanden und können schmerzhaft sein.
- Progressive Atemstörungen durch Beeinträchtigung der Atemmuskulatur (Zwerchfell, Interkostalmuskeln): Belastungsdyspnoe, dann Ruhedyspnoe, Hustenschwierigkeiten, Schlafapnoe. Regelmäßige Vitalkapazitätsüberwachung unerlässlich.
- Schluckstörungen (Dysphagie) und Sprechstörungen (Dysarthrie) bei bulbären Formen: Verschlucken, Speichelfluss, näselnde Stimme, Ermüdung beim Sprechen und Essen. Risiko von Mangelernährung und Aspirationspneumonie.
- Zunehmende Atembeschwerden, Ruhedyspnoe oder Orthopnoe, nächtliches Erwachen mit Erstickungsgefühl: Zeichen respiratorischer Insuffizienz, die schnelle Konsultation erfordern.
- Wiederholtes Verschlucken beim Essen, besonders bei Flüssigkeiten, Husten während der Mahlzeiten, Blockadegefühl: Aspirationspneumonie-Risiko. Konsultation bei Logopädie und Arzt.
- Erheblicher Gewichtsverlust trotz erhaltener Ernährung: Kann auf Schluckstörungen oder Hypermetabolismus hinweisen. Ernährungsbewertung und Nahrungsanpassung erforderlich.
Befund und Betreuung
- Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit durch sanfte Mobilisierungen und Dehnungen: Prävention von Sehnenkontrakturen und Schmerzen durch längere Positionen. Aktive Arbeit solange möglich, dann passiv.
- An die Entwicklung angepasste Atemtherapie: Bronchiale Sekretentfernung, Training der Atemhilfsmuskulatur, Erlernen assistierter Hustentechniken, Expektorationshilfe.
- Progressive Anpassung der Umgebung und Hilfsmittel: Rollstuhlauswahl, Kommunikationshilfen, Bett- und Wohnungsanpassung, Einrichtung von Hebehilfen bei Bedarf.
- Ganzheitliche Begleitung der Lebensqualität: Komforterhaltung, Schmerzprävention, Lagerung, Zusammenarbeit mit dem multidisziplinären Team (Logopädie, Ergotherapie, Psychologie).
Diese Informationen ersetzen weder eine Diagnose noch eine ärztliche Beratung.