Huntington-Krankheit
Erbliche neurodegenerative Erkrankung mit unwillkürlichen Bewegungen. Rehabilitation zur Erhaltung von Gleichgewicht und Autonomie.
Einfache Definition
Erbliche neurodegenerative Erkrankung mit unwillkürlichen Bewegungen. Rehabilitation zur Erhaltung von Gleichgewicht und Autonomie.
Anzeichen und Warnhinweise
- Choreiforme unwillkürliche Bewegungen: Abrupte, unvorhersehbare, großamplitudige Bewegungen von Gesicht, Gliedmaßen und Rumpf. Diese Bewegungen verstärken sich bei Stress und verschwinden im Schlaf. Sie sind charakteristisch, aber nicht immer vorhanden.
- Schwere Gang- und Gleichgewichtsstörungen: Tanzender, instabiler Gang mit verbreiterter Unterstützungsfläche. Stürze sind häufig und eine wesentliche Morbiditätsursache. Das Gleichgewicht verschlechtert sich progressiv.
- Progressive Muskelsteifigkeit (Dystonie), die sich im Verlauf einstellt: Ersetzt progressiv die Chorea in fortgeschrittenen Stadien. Verursacht abnorme Haltungen, Kontrakturen und Muskelschmerzen.
- Progressive kognitive Störungen: Verlangsamte Informationsverarbeitung, Planungs- und Organisationsschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsstörungen. Häufige Verhaltens- und psychiatrische Störungen: Reizbarkeit, Apathie, Depression, manchmal Zwangsstörungen.
- Wiederholte Stürze oder Verletzungen: Notwendigkeit, Umgebung, Hilfsmittel und Rehabilitationsprogramm neu zu bewerten. Jeder Sturz erhöht das Risiko des nächsten.
- Erhebliche Schluckbeschwerden: Häufiges Verschlucken, Husten während der Mahlzeiten, Gewichtsverlust. Lebensgefährliches Aspirationspneumonie-Risiko, dringende logopädische Konsultation.
- Schwere Verhaltensstörungen: Aggression, Enthemmung, gefährliche Verhaltensweisen für Patient oder Umgebung. Psychiatrische Konsultation zur Therapieanpassung.
Befund und Betreuung
- Intensive Gleichgewichtsarbeit und Sturzprävention: Haltungsstabilisierungsübungen, Schutzreaktionen, Erlernen des Aufstehens vom Boden, Umgebungsanpassung zur Fortbewegungssicherung.
- Erhaltung der Gelenkbeweglichkeit und Muskelgeschmeidigkeit: Dehnung dystonischer Muskeln, passive Mobilisierungen bei Bedarf, Kontrakturprävention, die die Autonomie einschränkt.
- Koordinations- und motorische Kontrollübungen: Rhythmusarbeit, Doppelaufgaben-Übungen (Gehen und Sprechen), Feinmotorik-Aktivitäten. Ziel ist die möglichst lange Erhaltung funktioneller Fähigkeiten.
- Ganzheitliche Autonomie-Begleitung: Anpassung von Alltagsaktivitäten, Auswahl geeigneter Hilfsmittel, Zusammenarbeit mit Ergotherapie und Logopädie.
Diese Informationen ersetzen weder eine Diagnose noch eine ärztliche Beratung.