Spina bifida

Angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule. Physiotherapeutische Begleitung ab Geburt und lebenslang essenziell.

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Einfache Definition

Angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule. Physiotherapeutische Begleitung ab Geburt und lebenslang essenziell.

Anzeichen und Warnhinweise

  • Lähmung der unteren Extremitäten: Von variabler Schwere je nach Läsionshöhe (je höher die Läsion, desto größer das Defizit). Kann von leichter Schwäche bis zur kompletten Paraplegie reichen.
  • Sensibilitätsstörungen: Anästhesiezonen unterhalb des Läsionsniveaus, die dem Risiko von Dekubitus, Verbrennungen und nicht wahrgenommenen Verletzungen aussetzen. Strenge Hautüberwachung unerlässlich.
  • Blasen-Darm-Störungen: Harn- und Stuhlinkontinenz oder -retention, die oft intermittierende Katheterisierung und regelmäßige urologische Betreuung erfordern. Risiko von Harnwegsinfektionen und Nierenschäden.
  • Häufige orthopädische Deformitäten: Klumpfüße, Hüftluxation, Skoliose, die frühe orthopädische Überwachung und Behandlung erfordern. Das Wachstum verstärkt unbehandelte Deformitäten.
  • Auftreten neuer Schwäche oder Verschlechterung: Kann auf ein angeheftetes Rückenmark (Tethered Cord), eine Syringomyelie oder einen dekompensierten Hydrozephalus hinweisen. Dringende neurochirurgische Konsultation.
  • Anhaltende Hautrötung oder Wunde: Dekubitusrisiko, das sich auf unempfindlicher Haut schnell verschlechtern kann. Sofortige Druckentlastung, lokale Pflege, ärztliche Konsultation wenn keine Besserung in 24-48 Stunden.
  • Fieber mit Lendenschmerzen oder trübem Urin: Verdacht auf obere Harnwegsinfektion (Pyelonephritis), häufige Komplikation. Dringende ärztliche Konsultation und Antibiotikatherapie zum Nierenschutz.

Befund und Betreuung

  • Frühe motorische Rehabilitation: Stimulation der motorischen Entwicklung, Erlernen von Drehbewegungen, Sitzposition, Vierfüßlerstand, Vertikalisierung, mit oder ohne Versorgung je nach Läsionshöhe.
  • Prävention und Behandlung von Deformitäten: Dehnungen, Lagerungen, Versorgung (Schienen, Korsett), in Koordination mit dem Orthopäden. Ziel: Kontrakturen begrenzen und Gelenkbeweglichkeit erhalten.
  • An das Potenzial angepasste Gangrehabilitation: Je nach neurologischem Niveau, Gangtraining mit Apparaten, Rollator, Gehstöcken oder Optimierung der Rollstuhlnutzung.
  • Kräftigung funktionsfähiger Muskeln: Maximierung der Fähigkeiten der Muskeln oberhalb der Läsion, Training der oberen Extremitäten, Core-Training für Autonomie bei Transfers und Rollstuhlantrieb.

Diese Informationen ersetzen weder eine Diagnose noch eine ärztliche Beratung.

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